Hier können Sie den Flyer ausdrucken.

Anna und ihre Geschwister
So 10.11.2013 - So 13.04.2014

Künstlerische Einblicke in Wilhelm Buschs Familie und Freundeskreis

Als Maler und Zeichner suchte Wilhelm Busch seine Modelle auch im privaten Umfeld und ließ so die Nachwelt an sehr persönlichen Sichtweisen auf seine Lieben teilhaben.

Zentrum der Kabinett-Ausstellung die um eine Woche verlängert wird, ist das zarte, einfühlsame Bleistiftbildnis der damals 10-jährigen Anna Busch. Dieses Portrait, das mittlerweile im Besitz der Wilhelm-Busch-Stiftung Wiedensahl ist, entstand fünf Jahre vor ihrem Tod. Die Nachricht ihres frühen Ablebens erreicht Wilhelm Busch in seiner Münchner Sturm- und Drangzeit und erinnert ihn daran, wie vergänglich das Leben ist. Er beginnt wieder ernsthaft zu studieren. In dieser melancholischen Stimmung entsteht das Gedicht „Nun, da die Frühlingsblumen wieder blühen,- In milder Luft die weißen Wolken ziehen, - Denk ich mit Wehmut deiner Lieb und Güte, - Du süßes Mädchen das so früh verblühte (...)“

Wilhelm Busch, 1832 geboren, ist der älteste von sieben Kindern; fast alle zwei Jahre kommt ein neues Geschwisterchen zur Welt: 1834 Fanny, 1836 Gustav, 1838 Adolf, 1841 Otto, 1843 Anna und 1845 Hermann. Das Verhältnis zu ihnen kann unterschiedlicher nicht sein: Mit Fanny verbindet ihn eine lange, intensive (Wohn)Gemeinschaft. Nach dem Todes ihres Ehemanns übernimmt Wilhelm Busch nicht nur die Vaterrolle für ihre drei Söhne, sondern unterstütz die Familie auch finanziell. Zu Bruder Gustav, dem Konservenfabrikant hat er ein sehr herzliches Verhältnis. Regelmäßig besucht er ihn und seine Frau Alwine in Wolfenbüttel. Nach Erbstreitigkeiten kühlt die geschwisterliche Liebe zu seinem Bruder Adolf, der als Kaufmann vom Vater dazu bestimmt wurde Haus, Hof und Laden in Wiedensahl zu übernehmen, merklich ab. Auch mit Otto, über den der Künstler Johann Kessler in Frankfurt kennen lernt, entzweit er sich aufgrund gegensätzlicher Meinung die schopenhauersche Philosophie betreffend. Unter den Brüdern standen sich Hermann und Wilhelm wohl am nächsten. Er nannte den 13 Jahre jüngeren Hermann einen guten Freund, zusammen gingen sie auf Reisen.

Die Ausstellung zeigt vorrangig die frühen Lebensphasen der Busch-Kinder: Den auf einem Stuhl lümmelnden Otto als 12-jährigen, den kranken blassen 9-jährigen Hermann oder das sinnliche Ölbildnis einer heranwachsenden 16-jährigen Fanny, das dunkle Haar bedeckt mit einem feinbesticktem weißen Schal. Ölmalerei und Bleistiftzeichnung wechseln sich in der nach Geburtsdatum chronologisch gehängten Reihenfolge ab. Neben den charakteristischen Darstellungen seiner Geschwister sind es auch die Busch-Zitate, die einen tiefen Einblick in die Privatsphäre und das Familienleben des Künstlers geben.

Gudrun-Sophie Frommhage-Davar

Ausstellungseröffnung: So. 10. November 11 Uhr 




Datum:
10.11.2013 bis 13.04.2014

>Wilhelm Busch Geburtshaus > Ausstellungen > Ausstellungs-Archiv